FamilienBande
2007 FamilienBande, Galerie Unten, Chemnitz
2007 GangArt, Orthopädische Klinik Markgröningen
2008 Kunsthaus Schill Stuttgart
2009 Stadtteilbücherei Feuerbach
C-Print - 50 cm x 60 cm
FamilienBande ist eine Serie von Portraits. Meist lächelnder
Gesichter. Bekannter Gesichter. Vorfahren, Nachbarn, Prominente, Freunde
und Feinde. Nahaufnahmen von Handpuppen aus der Kruschtelkiste und
vom Sperrmüll.
Verstaubt, zerfetzt, verschlissen, zerknabbert, abgewetzt. Die Gesichter
werden zu Fratzen. Eine Serie Blicke aus Puppenaugen. Gemalte Augen,
Glas- und Stoffaugen, aufgeklebte Augen, aufgedruckte Augen. Scharfe
Blicke, arrogante Blicke, versoffene und gelangweilte Blicke. Schlafzimmerblick.
Anziehend. Fesselnd. Erdrückend. Blicke von Puppen, die den Betrachter
gefangen nehmen und verfolgen, ihn nicht mehr los lassen. Mikroskopischer
Blickkontakt mit einer scheinbar lächelnden Welt aus Gummi, Holz und
Filz. Die Puppengesichter haben die Macht. Nicht der Puppenspieler
ist es, der mit ihnen spielt. Durch die Größe und die bohrenden
Blicke fangen die Puppen an, mit dem Betrachter zu spielen. Sie klagen
an und machen Angst. Sie veräppeln.
Sie treiben Spiele. Sie testen täglich neu, täglich anders. Sie
erzählen Geschichten über uns, die wir nicht wissen.
FamilienBande ist ein Spiegelkabinett und Kabarett, eine Ahnengalerie,
die uns Fürchterliches ahnen lässt, ein persönlicher Wutausbruch, ein Höllenlärm und Riesenspaß, ein unheimlicher Besuch in den Kinderzimmern in diesem Land.
